2. Gulweida-Warneyer-Gedenkturnier 2002

Am 5. und 6. Oktober führte der Schachklub Tempelhof das zweite neunrundige Wochenendschnellturnier mit 30 min Bedenkzeit je Spieler und Partie unter der Schirmherrschaft des Bezirksverordnetenvorstehers von Tempelhof-Schöneberg Rainer Kotecki durch mit dem er das Andenken an zwei seiner bedeutendsten Mitglieder wachhalten will. Im Vorjahr war mit dem 1. GWG-Turnier 2001 an eine alte Tradition angeknüpft worden und nach langer Pause das jährlich stattfindendes Schnellturnier unter neue Namen wieder etabliert worden. Bei der Eröffnung war als Ehrengast der kürzlich 90 Jahre alt gewordenen Alfred Kinzel zugegen, Ehrenmitglied der FIDE, Ehrenpräsident des Deutschen Schachbundes und des Berliner Schachverbandes, der nicht nur aufgrund unschätzbare Verdienste zu den prominentesten Vertretern des Deutschen Schachsports gehört, sondern in seiner aktiven Zeit auch zu den stärksten Berliner Spielern gehörte.

Zwar war der Vorjahrssieger Robert Rabiega diesmal nicht am Start, doch mit siebzig Teilnehmern und einer starken Besetzung waren die ersten Plätze heiß umkämpft, zumal es bei den Gesetzten Spielern (DWZ über 1900) um ein Preisfonds von insgesamt 1000,-- Euro ging, während unter den ungesetzten Spielern immerhin noch die halbe Summe ausgespielt wurde.

Am Ende gab es unter den ersten fünf Spielern mit je 7 Punkten ein totes Rennen, das Ilmars Starostits durch die beste Buchholzwertung für sich entscheiden konnte. Dahinter lagen wertungsgleich GM Hans-Joachim Hecht und GM Sergej Kalinitschew, während IM Michael Richter sich aufgrund der geringfügig schlechteren Wertung mit dem vierten Platz bescheiden mußte. Für Eingeweihte nicht überraschend war das gute Abschneiden des Jungtalents Atila Figura, der in diesem starken Feld einen sehr beachtlichen fünften Platz errang und sogar drei FIDE-Meister hinter sich ließ.

Die ungesetzten Spieler zeigten teilweise ebenfalls beeindruckende Leistungen. Mit 6 Punkten errang Peter Korell den 11. Platz und Adis Artukovic mit 5,5 Punkten den 19. Rang. Neben den in jeder Gruppe ausgelobten Preisen gab es zusätzlich noch je zwei Preise für die besten Senioren, die besten Damen und die besten Jugendlichen. Außerdem wurden unter allen Spielern, die das Turnier durchgestanden hatten, zahlreiche Sachpreise verlost, die der Schirmherr, der Sponsor Elektroschach und der Vereinsvorsitzende gestiftet hatten.

Während des Turniers stand ein Büfett zur Verfügung, an dem Speisen und Getränke zum Selbstkostenpreis abgegeben wurden. Dank vieler helfender Hände klappte die Organisation reibungslos, und das vorsorglich gebildete Schiedsgericht brauchte auch nicht tätig zu werden. Alles in allem haben sich die Teilnehmer wohlgefühlt und viele bekundeten die feste Absicht im nächsten Jahr wieder anzutreten.

Hans-Peter Ketterling