Schach im Rathaus 2001

Am 27. Mai 2001 hat der Schachklub Tempelhof eine Schachwerbeveranstaltung in den BVV-Räumen des Rathauses Tempelhof durchgeführt, in deren Mittelpunkt ein neunrundiges Schnellturnier stand. Über den Verlauf dieser Veranstaltung wurde bereits kurz berichtet, aber die detaillierten Ergebnisse können erst hier nachgetragen werden.

G. Feldmann, R. Kotecki und H.-P. Ketterling bei der SiegerehrungG. Feldmann, R. Kotecki und H.-P. Ketterling bei der Siegerehrung

Für das Schnellturnier hatten sich 34 Teilnehmer eingefunden, Platz wäre für mehr gewesen, aber diese Teilnehmerzahl gab der Turnierleitung Gelegenheit, sich ohne Hektik auf größere Veranstaltungen einzuschießen und mit dem Turnierverwaltungsprogramm Swiss-Chess vertraut zu werden. Nachdem das alles gut geklappt hat, werden wir uns im kommenden Gulweida- Warneyer- Gedenkturnier an eine größere Teilnehmerzahl wagen können. Wir hatten uns sogar gegen einen Computerdefekt durch ein Zweitgerät abgesichert, auf dem das Turnierprogramm bereits installiert war und in das der gerade erreichte Turnierstand jederzeit von einer Sicherungsdiskette hätte eingespielt werden können. Es lief aber alles wie am Schnürchen und das Reservegerät brauchte nicht aus seinem Dornröschenschlaf geweckt zu werden, nun ja, der prophylaktisch mitgenommene Regenschirm hält den Regen ja auch recht zuverlässig fern. Dumm war lediglich, daß die vorbereitete Datei zum Ausdruck der Urkunden beim Überspielen in den Laptop leider vergessen worden war. Inzwischen haben die Sieger ihre Urkunden jedoch nachgereicht bekommen.

Ein neunrundiges an einem Tag ausgetragenes Schnellturnier, es wurden 15-Minuten-Partien gespielt, zieht sich doch hin und verlangt den Teilnehmern und allen Helfern einiges ab. Schließlich war es geschafft und der Sieger, dessen Erfolg sich schon in den letzten Runden deutlich abgezeichnet hatte, stand endlich fest. Es war Guido Feldmann der mit 8½ Punkten ungefährdet den neugestifteten Wanderpokal des Bezirksverordnetenvorstehers Rainer Kotecki erobern konnte, eine Urkunde und ein Sachpreis in Gestalt eines von Elektroschach gestifteten Reiseschachcomputers wurden ihm bei der Siegerehrung zusätzlich überreicht.

Abschlußtabelle des Schnellturniers

Nr. Teilnehmer Punkte
 1. Feldmann, Guido 8.5
 2. Bonke, Hans-Jürgen 6.5
 3. Alihodzic, Ahmo 6.5
 4. Zeidler, Uwe 6
 5. Strehlow, Horst 6
 6. Koch, Werner 6
 7. Alic, Miran 6
 8. Muratovicz, Rafet 6
 9. Huhn, Ulrich 5.5
10. Somin, Anatolji 5.5
11. Gärtner, Thomas 5.5
12. Loncarevic, Marko 5
13. Hübscher, Joachim 5
14. Jurjevic, Ivan 5
15. Borris, Gerd 4.5
16. Wehr, Joachim 4.5
17. Röckendorf, Uwe 4.5
18. Rausch, Roman 4.5
19. Fey, Jens 4.5
20. Gmerek, Henning 4
21. Panowski, Vasil 4
22. Zimnol, Günter 4
23. Mance, Darko 4
24. Schröter, Lutz 4
25. Knispel, Stefan 4
26. Meljancic, Jozo 4
27. Klevenow, Ursula 3.5
28. Kersten, Martin 3
29. von Schöning, Ulrich 3
30. Hamacher, Albert 3
31. Grimm, Ulrich 2.5
32. Valic, Ivan 2.5
33. Zenk, Wolfgang 1
34. Leopold, Uwe 1

[img_assist|nid=63|title=Kelvin Yao (8)|desc=|link=none|align=left|width=150|height=110]Hans-Jürgen Bonke, der für seine sehr gute Leistung eine Urkunde und einen Sachpreis bekam, errang mit 6½ Punkten den zweiten Platz vor dem punktgleichen Ahmo Alihodzik, den die schlechtere Wertung auf den dritten Platz verbannte. Auf dem 4. bis 7. Platz liefen mit jeweils 6 Punkten aber unterschiedlichen Wertungen Uwe Zeidler, Horst Strehlow, Werner Koch und Miran Alic (SKT) ein, für letzteren bedeutete das jedoch den ersten Preis der ungesetzten Spieler (DWZ bis 1600) nebst Urkunde und Sachpreis. Bei den ungesetzten Spielern reichte der 13. Rang der Gesamtwertung mit 5 Punkten für Joachim Hübscher noch zum zweiten Platz.

Die 6 Punkte der Schachfreunde Strehlow und Koch wurden mit dem ersten und zweiten Platz der Senioren belohnt. Da Miran Alic bereits einen Preis bekommen hatte, kam Roman Rausch (SKT) mit vier Punkten in den Genuß des Jugendpreises. Ulla Klevenow (SKT), leider die einzige Dame am Start, blieb trotz ihrer soliden Spielanlage diesmal unter Ihren Möglichkeiten.

[img_assist|nid=64|title=Werner Reichenbach spielt simultan |desc=|link=none|align=left|width=200|height=146]Da die Simultanvorstellung bereits mittags beendet war, Werner Reichenbach (SKT) hatte 28 Partien gespielt und nur einen halben Punkt an Günther Moderow (SKT), der dafür ein Schachbuch einheimsen konnte, abgeben müssen, kam noch ein Blitzturnier mit zwölf Teilnehmern zustande, das Werner Reichenbach mit 11 Punktenvor André Buttkus (SKT) mit 9½, Jannis Lakakis (SKT) mit 8 und Dietrich Telle mit 7 Punkten überlegen gewann. Auch für die guten Leistungen im Blitzturnier winkten Sachpreise. Bemerkenswert ist übrigens die Leistung des mit acht Jahren jüngsten Teilnehmers Kelvin Yao (SKT), der beachtliche 5 Punkte erstritt und mit unserem Jugendwart Carsten Staats gleichzog. Auch eine der SKT-Damen, Sonja Simonis, hielt es am Nachmittag nicht länger am Büfett aus, sie stürzte sich ins Blitzgetümmel und erreichte mit 4,5 Punkten nach Kelvin den achten Platz.

[img_assist|nid=65|title=Turnierleiter Dirk Sagassser|desc=|link=none|align=right|width=220|height=160]Die gesamte Veranstaltung verlief in sehr angenehmer Atmosphäre und ohne Probleme, das Schiedsgericht brauchte nicht angerufen zu werden. Der einzige Irrtum bei der Auslosung ging auf ein falsch aufgenommenes Ergebnis des Turnierleiters Dirk Sagasser zurück, der aber die Ruhe behielt und die Sache schnell wieder in Ordnung brachte, so daß das Turnier reibungslos weiterlaufen konnte.

Wer den ganzen Tag intensiv Turnier spielt, der braucht auch ab und zu eine Stärkung, und die konnte man am Büfett bekommen. Getränke, belegte Brötchen, Schokolade, Müsliriegel und anderes wurden von zarter Hand für den Selbstkostenpreis von DM 1,-- gereicht.

Als Antwort auf die bei der Siegerehrung vom BVV-Vorstehers und vom SKT-Vorsitzenden ausgesprochenen Einladung versprachen viele Teilnehmer spontan, bei Schach im Rathaus im Mai 2003 wieder dabei zu sein oder gar schon am 15. und 16. September 2001 beim Gulweida-Warneyer-Gedenkturnier mitzumachen, das ebenfalls im Rathaus Tempelhof durch geführt wird.

Mit beiden Veranstaltungen knüpft der Schachklub Tempelhof im siebzigsten Jahr seines Bestehens an alte Traditionen an und setzt wieder zusätzliche Akzente im Berliner Schachleben. Dem Berichterstatter bleibt nur, noch sich beim Schirmherrn, allen Helfern und den Spielern für die Unterstützung und Mitwirkung zu bedanken.

Hans-Peter Ketterling