Bericht zum 1. Spandauer Winteropen 2015

Weihnachtszeit, Schachzeit…….

Alle Jahre wieder finden zwischen den Jahren Schachturniere statt. In Berlin diesmal sogar zwei. Das traditionelle Winteropen-Turnier in Pankow und diesmal ein weiteres in Spandau. Lange Zeit quälte ich mich, ob ich überhaupt an einem der beiden Turniere teilnehmen sollte. Bei Studium der Teilnehmerlisten stieß ich jedoch auf einen mir bekannten Namen: Constantin Fontain. Nun war mein Entschluss gefasst….auf nach Spandau. Wo neben einer netten Atmosphäre und guter Verpflegung der Weihnachtsmarkt auf uns wartete.

Als ich in Spandau ankam, war die Freude groß endlich ein SKT-Mitglied (Constantin) bei einem Turnier zu treffen. Nach einiger Zeit tauchte noch Andre Buttkus auf. Damit war der SKT gut aufgestellt. Andre für die vorderen Plätze, Constantin für das Mittelfeld und ich wollte das Trio nach unten abrunden. Nach kurzer Zeit war bereits klar, mindestens 7 Punkte wollten wir zu dritt aus diesem Turnier heraus holen. Die einzige Hoffnung war nur nicht gegenander antreten und die Punkte sich gegenseitig „abjagen“.

Aber der Schachgott war dem SKT in 2015 nicht wohl gesonnen, schon in der ersten Runde spielten Andre und Constantin gegeneinander. Wenn man diese Partie aus der Sicht eines Außenstehenden betrachtet, so fiel einem auf, dass die spannende Eröffnungsphase durch eine lange Bedenkzeit von Andre geprägt war.  Im Nachhinein erzählte mir Constantin, dass die Partie schon frühzeitig entschieden war. So kann man sich irren.  Meine Erstrunden-Partie endete erwartungsgemäß 0 : 1 gegen einen jungen Nachwuchs-Spieler mit einer um 500 Punkte höheren TWZ.

Die zweite Runde sollte die Wende für Constantin und mich bringen schließlich waren „heiß“ auf die zweite Runde.  Andre gewinnt wie erwartet souverän.  Nach dem ersten Tag belegte er mit einigen anderen den Ersten! Platz. Auch Constantin erfüllte seine Erwartungen am letzten Brett siegte er ebenfalls souverän.  Wer jetzt auf einen Sieg von mir wartet, den muss ich enttäuschen. Gegen einen dynamischen 15jährigen war „mein Kraut nicht gewachsen“ 0 : 1.

Vor dem zweiten Turniertag gab es das allmorgendliche SKT-Treffen mit Kaffee zur Strategiebesprechung. Bei Skat heißt es 18, 20 usw. Bei mir hieß es 18er, 16er und wieder 16er. Mit meiner vorher festgelegten Strategie bin ich mit den schwarzen Steinen nicht weitergekommen, wurden meine Figuren doch von den gegnerischen weißen Steinen förmlich pulverisiert. Und ehe ich mich versah, stand ein Springer auf f6 und sagte meinem armen König auf h7 einfach Schach. Auch der heroische Einsatz meiner Dame wurde nicht gewürdigt, wurde sie doch von der weißen Dame so gleich vom Brett gefegt. So kam es, wie es kommen musste, 0 : 1. Constantin musste sich ebenfalls nach hartem Kampf geschlagen geben, schließlich hatte er doch gegen zwei Damen (eine auf dem Brett und eine am Tisch) zu kämpfen. Auf Andre ist Verlass. Ihm gelang gegen einen höheren eingeschätzten Gegner ein vortrefflicher Sieg.

Der Lohn der Mühe für den Erfolg von Andre am Vormittag war das 3. Brett. Sein Gegner war allerdings diesmal ein FM. Trotz allem Mühen musste er leider eine Niederlage hinnehmen. Auch Constantin konnte unsere Zielstellung leider ebenfalls nicht realisieren. Wer zu viel will, den bestraft das Leben. Oder, wer ohne Strategie nur auf Angriff spielt, verliert. So schloss ich mich dem Ergebnis der beiden anderen an. Der Nachmittag brachte ein 0 : 3 für den SKT.

Der dritte Tag sollte nun besser werden. Frisch motiviert gingen wir drei an den Start. Sahen doch die Ansetzungen bekannte Gegner vor. So spielte Constantin gegen meinen Gegner von gestern. Er hatte die bessere Seite für sich und gewann gegen den unangenehm zu spielenden Gegner. Auch ich hatte einen Gegner, den Constantin bereits besiegt hatte. Auch mir gelang endlich der erste Sieg. Eine zweite Dame unterstützte mich bei meinem Vorhaben. Gut, wenn man einen schnellen Bauern hat. Als Constantin und ich schon unsere Partien beendet hatten, spielte Andre noch immer. Er sollte  schließlich auch gewinnen.

Der Lohn für sein hervorragendes Schach war wieder einmal ein Platz auf der Empore am 4. Brett. Als ich mich nach über 2 Stunden Spiel im Spandauer Bürgersaal umsah, spielte er immer noch, um dann jedoch gegen einen IM nach langem und intensivem Spiel dann doch leider zu verlieren. Beim Blick auf die Ergebnisliste musste ich leider feststellen, dass Constantin leider ebenfalls verloren hatte. Zu meiner Partie ist zu sagen, dass ich wieder einen 16hunderter vorgesetzt bekommen habe. Aber nach dem Sieg in der Vorrunde war ich motiviert und so gelang es mir überraschenderweise mit meinen beiden Springern den gegnerischen König nachdrücklich in die Enge zu treiben. Meinem Gegner gelang es nur noch durch ein Turmopfer, der Niederlage zu entgehen. Danach kippte leider dann die Partie und ich verlor dann doch noch. Verloren, aber dennoch zufrieden trat ich den Heimweg an.

Zur letzten Runde starteten wir hoffnungsvoll. Leider wurden unsere Erwartungen nicht voll erfüllt. Constantin überzeugte, indem er schnell seinen Gegner besiegte. Andre setzte den Schlusspunkt auf eine hervorragende Leistung mit einem Remis. Der Einzige, der wieder einmal patzte, war ich. Ich bin im Augenblick nicht ein der Lage eine Gewinnstellung „nach Hause zu bringen“. Es hapert immer an der Konzentration. So glaube ich zumindest. Ich bilde mir ein, dass ich es an meiner Notifikation merke. Je schlechter meine Notifikation, desto schlechter mein Spiel.

Also liebe jugendliche Nachwuchsspieler: „Immer auf die Notifikation achten!“  

Am Ende holten wir 8,5 Punkte. Andre wurde 13. Bei diesem starken Feld ist dies eine super Leistung. Constantin erreichte den 65. Platz, mein Respekt. Ich wurde 83. von 88 Startern. Na ja, das muss besser werden.    

Übrigens, ein Leckerbissen für Technik-Fans. Die ersten fünf Bretter sollten on-line in Netz geschaltet werden. Leider versagte die Technik. 400,00 € pro Brett umsonst.

Reno Brosius