Die neuen Leiden des Knecht Ruprecht oder Die Welt zu Gast beim SKT! – Ein sehr subjektiver Bericht vom II. Nikolaus-Turnier.
Prolog:
Nach Premiere im letzten Jahr entschied sich der Vorstand des SKT zu einer Wiederholung eines Nikolausturniers. Ingo Albert (Vereinsvorsitzender SKT) und der Berichterstatter plädierten bei der Neuauflage dafür das Kinderevent dem Jugendtrainer zu überlassen. Der Hauptgrund hierfür war das späte Turnierende, das im letzten Jahr für Unruhe gesorgt hatte. Diese Entscheidung traf bei einigen Mitgliedern auf weniger Verständnis, sie blieben dem Turnier leider fern. „FM Nikolaus“ war zwar etwas irritiert und wollte zur „Beschwichtigung“ schon seinen Kumpel Knecht Ruprecht einschalten, aber letztendlich siegte die (subkektive) Vernunft und er schlug vor, dass man im nächsten Jahr ein Weihnachtsturnier austragen könnte. Dies würde dann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn selbstverständlich gehört zur Weihnachts- und Adventszeit auch ein Schachturnier! (Anm. Red.: mindestens eins !)
Turnierverlauf
Trotz des Schmuddelwetters fanden sich genau 14 Spieler in den Räumen der Götz Strasse 34 ein. Das Teilnehmerfeld war deutlich stärker besetzt als im Vorjahr. Zwar fehlten quasi alle SKT-Top- Spieler aus unterschiedlichen Gründen, aber dafür war die Leistungsspitze der Gastspieler viel stärker als im Vorjahr (Top five mit einem DWZ-schnitt von 2000). Z.B. war der Vorjahrssieger FM Kurz nach ELO nur an Nummer eins gesetzt, wohingegen der Wertungszahlerste , der junge Dortmunder Max Bartel, mit stolzen 2135 notiert ist. Besonders hervorzuheben ist, dass das Teilnehmerfeld aus sechs verschiedenen Ländern deutlich internationaler zusammengestellt war, Bemerkenswert war der Auftritt der aserbaidschanischen Familie Hasanov, Der starke Vater Mir Turan brachte seinen 10-jährigen Sohn Mir Fuad mit und beide kämpften Seiten an Seite um die Ehre und Punkte. Mir Hasanli (in A. werden die Namen der Kinder mit li beendet) zeigte in einigen Partien sein Talent, so hatte er gegen den starken Ukranier Glib Makarov (9,5P. IV-V. Platz) schon eine Dame gewonnen, verlor dann aber aus Nervosität den Faden und am Ende die Partie. Das junge Talent verlor zwar alle Partien, aber wurde am Ende mit einem richtigen Unikat beschert. Und das kam so:
Traditionell erhält der Tabellenletzte immer eine Rute. Aber Knecht Ruprecht lief sich in Südwesten Berlins die Hacken ab, aber konnte dieses wichtige Utensil trotz des erschöpfenden Einkaufmarathons nicht finden. FM Nikolaus hatte am 4.Dezember dem „St. Babara-Tag“ die glorreiche Idee, und funktionierte kurzerhand diesen traditionellen Zweig in eine Rute um!
Aufgrund der Leistungsdichte war der Kampf um die „Nikolaus-Krone“ viel spannender als beim 100% Durchmarsch 2024 von Alexander Kurz. Der Vorjahrssieger verlor gleich in der ersten Runde gegen den X-Berger Spielleiter Michael Ziems. Auch der Dortmunder Student Max Bartel legte frühzeitig ein Osterei, so dass der Turnierverlauf sehr spannend wurde. Ziems schied nach einer kleinen Rochade gegen DWZ-schwächere frühzeitig aus dem Titelrennen aus und der lange Zeit führend Dr. Patrick Winter verlor hintereinander gegen Kurz und im „Endspiel“ unglücklich gegen Bartel. Mit starken 12/13 trug sich der für den Traditionsverein „Dortmund Brackel“ spielende 22-jährige als zweiter Sieger in das Nikolausevent ein. Bester Tempelhofer wurde Daniil Fakhrutdinov, der mit 4 Punkten gleichzeitig die Kategorie U 1600 gewann und überglücklich ein Buch von seinem Schachidol Kortschnoi in Empfang nahm. Sieger der zweiten ausgelobten U1900 wurde der Rumäne Serghei Ceban mit 8 Punkten (VI.Platz).
| Name | Vorname | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | 10. | 11. | 12. | 13. | 14. | Punkte | Platz (SB) | |
| 1. | FM Kurz | Alexander | 1 | 1 | 1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 0 | 11 | 2. | |
| 2. | Bartel | Max | 0 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 12 | 1. | |
| 3. | Dalkner | Sahir | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 0 | 5 | 8. | |
| 4. | Fakhrutdinov | Daniil | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ½ | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 0 | 4½ | 9. | |
| 5. | Makarov | Glib | 1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 1 | 0 | ½ | 9½ | 5. | |
| 6. | Ceban | Serghei | 0 | 0 | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 1 | 8 | 6. | |
| 7. | Liebenthron | Frank | 0 | 0 | 1 | ½ | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 4½ | 10. | |
| 8. | Dr. Winter | Patrick | 0 | 0 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 11 | 3. | |
| 9. | Mir Fuad | Hasanov | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 14. | |
| 10. | Mir Turan | Hasanov | 0 | 0 | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 | 6 | 7. | |
| 11. | Alberth | Ingo | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 4 | 11. | |
| 12. | Dang | Bau | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 2 | 13. | |
| 13. | Bocanegra | Julian | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 | 4 | 12. | |
| 14. | Ziems | Michael | 1 | 0 | 1 | 1 | ½ | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 9½ | 4. |
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Fazit:
Das Turnier wurde in einer äußerst entspannten und fairen Atmosphäre durchgeführt wo es keinen Streitfall gab. Des Weiteren hatte der Berichterstatter den Eindruck, dass die Änderung der Bedenkzeit Regelung mit 3+2 statt Joachims (Spielleiter SKT) bevorzugten 5+3, großen Zuspruch fand. Mit der Unterstützung von Daniil (Aufbau- und Schlüsseldienst), Albert Hamacher u.a. (Büfett), Hellmut Klevenow (Fahrtdienst) und Ulla Klevenow (stellte eine große Platte mit leckeren Brötchen zu Verfügung) wurde es am Ende noch eine sehr entspannte Veranstaltung. Über die mögliche Fortsetzung im nächsten sollte möglichst frühzeitig entschieden werden und mein Vorschlag im Prolog ist dabei nur ein möglicher Vorschlag!
FM Jürgen Brustkern





