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Schach am Freitag – freier Spielbetrieb
Was denn nun – „trägt der Teufel Prada“ oder spielt er Schach ?
Schach kam vor mehr als 1100-1200 Jahren nach Rußland, aber bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts stand es unter strikter Verfolgung der Kirche – es galt als teuflisches Spiel, das mit Alkohol und Glücksspiel gleichgesetzt wurde. Für Schach wurde in einem Gesetzbuch von 1262 mit der Exkommunikation aus der Kirche gedroht. Offiziell wurde das Verbot nicht aufgehoben, aber unter Iwan dem Schrecklichen wurde Schach ganz legal gespielt (nach einer historischen Darstellung starb der Zar, während er Figuren auf dem Brett aufstellte), später wurde Peter der Große zum Hauptbotschafter des Spiels in Rußland. Die Mode für das Schachspiel in der Sowjetunion wurde von Wladimir Lenin bestimmt – das Spiel war ein wichtiger Teil seines Lebens, eine seiner Lieblingsleidenschaften.
In Europa gehörte Schach seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts zu den sieben Tugenden der Ritter. Jacobus de Cessolis verfasste Anfang des 14. Jahrhunderts die allegorisch-moralische Schrift De moribus hominum et officiis nobilium super ludo scaccorum, die zu den ältesten abendländischen Quellen über das Schachspiel gehört und im Mittelalter weit verbreit war. Im deutschen Sprachgebiet wurden das Spiel und auch das Schachbrett Schachzabel genannt. In ihrem Gefolge fanden auch volkssprachige Schachallegorien (Schachzabelbücher) weite Verbreitung. In diesen Büchern geht es weniger um die Technik und Regeln des Spiels als um eine belehrende Darstellung des Lebens und der Gesellschaft anhand des bildlichen Vergleichs mit dem Schachspiel.
Wer sich nicht von Kanzlerimitationen als larmoyant beschimpfen lassen will, möge alternativ seine kostbare Lebenszeit der schönsten Zeitvergeudung der Welt widmen, dem Schachspiel – wir laden gern und herzlich zum freien Spiel …